Die Schweiz bewahren

allgemein

Heute muss man konservativ sein. Konservativ bedeutet, die Schweiz zu verteidigen gegen den Unsinn unserer Zeit.

Von Roger Köppel, erschienen in „Der Zürcher Bote“ am 11. Dezember 2020

Bild: Anthony Brown/Alamy Stock Foto

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onservativ heisst bewahrend. Was bewahren wir? Wir bewahren die Schweiz, dieses einzigartigste, freiheitlichste, schönste Land der Welt.

In keinem anderen Land haben die Bürger mehr zu sagen, ist die Freiheit wichtiger und haben sich die Politiker an den Interessen der Bürger auszurichten und nicht umgekehrt.

Die Schweiz ist nicht nur eine der ältesten Demokratien der Welt, sie ist auch die umfassendste und tiefste Demokratie der Welt, weil wir in Volksabstimmungen und Referenden selber über unser Schicksal bestimmen. Und das soll so bleiben.

Es ist kein Zufall, dass in der Schweiz auch die Menschenrechte nicht nur grossgeschrieben, sondern wirklich gelebt werden.

Nicht eine Klasse von Richtern und Gralshütern, die Schweizerinnen und Schweizer wachen als Souverän, als oberste Instanz, über ihre Freiheits- und Menschenrechte. Und weil sie selber bewachen, was sie am meisten betrifft, sind die Menschenrechte in der Schweiz besonders sicher.

Das ist der wichtigste Grund dafür, warum die Schweiz über die Jahrhunderte der Versuchung widerstehen konnte, die Menschenrechte auf der Schlachtbank der Ideologien und politischen Moden zu opfern.

«Liberal» ist inhaltsleer

Warum ist es so wichtig, gerade heute konservativ zu sein? Und warum reicht es nicht, «liberal» zu sein, wie ein Lieblingswort der Medien und neuerdings auch der Links-Grünen lautet? Das Wort liberal hat keine Bedeutung mehr. Es steht für alles und nichts. In Bern werden die grössten Staatsinterventionen liberal begründet. Die Linken und Grünen nennen sich inzwischen liberal.

Nein, man muss heute konservativ sein, um die Freiheit, um die Schweiz und um den Rechtsstaat zu bewahren und zu verteidigen.

Konservativ bedeutet nicht rückwärtsgewandt oder ewiggestrig. Im Gegenteil. Die Konservativen bewahren nur, was zu bewahren sich lohnt. Man trägt das Feuer weiter, nicht die Asche.

Konservativ heisst: Man bringt das Neue, wenn es erwiesenermassen besser ist als das Alte. Die Progressiven vergöttern das Neue, weil es neu ist. Und sie zerstören damit das Bewährte.

Genau das ist die Gefahr. Sie droht der Schweiz vonseiten der «Modernen», der «Fortschrittlichen», der «Aufgeschlossenen », der «Progressiven», der «Urbanen», der «Weltoffenen».

Mit ihrem Sprachrohr – den Mainstream- Medien und dem Schweizer Fernsehen – hämmern sie uns täglich ein: Die Schweiz muss neu erfunden werden.

Nein, das muss sie nicht. Konservativsein heisst: Widerstand zu leisten, nein zu sagen. Das braucht Kraft. Und Charakter.

Für diese Zukunftssurfer sind wir SVPler Hinterwäldler. Sie verachten unsere Partei, unsere Werte, unseren Lebens-, unseren Familien- und unseren Kleidungsstil. Sie hassen es, dass wir anders sind als sie – deshalb möchten sie uns umerziehen.

Ihr Hauptargument ist die Angst – und die Überheblichkeit. Sie predigen den Weltuntergang und hängen ihre angeblich überlegene akademische Bildung an die grosse Glocke.

Sie versuchen, uns einzuschüchtern, und reden uns ein, wir seien weniger intelligent, weniger kultiviert, weniger anständig und weniger gebildet als sie.

Die Zeche zahlen wir Bürger

Sie halten sich für etwas Besseres. Darum wollen sie den Kurs der Schweiz allein festlegen. Deshalb setzen sie nur Volksentscheide um, die ihnen passen.

Darum wollen sie jetzt das Ständemehr abschaffen, die grösste Lawinensperre, die ihnen entgegensteht auf dem Weg in die Paradiese ihrer Einbildung.

Aus den Städten heraus, wo sie ihrem fremdfinanzierten rot-grünen Lifestyle frönen, wollen sie uns befehlen, wie wir alle leben sollen.

Sie fordern, dass sich die Schweiz mit einem institutionellen Rahmenvertrag den Gesetzen und den Richtern der EU unterwirft. Damit Volk und Stände nichts mehr zu sagen haben.

Sie fordern, dass die Schweiz ihre Wirtschaft demontiert, damit wir den abstrakten Zielen der Pariser Klimabürokratie gehorchen, während die Megaverschmutzer Indien und China kaum behelligt werden.

Auf dem Opferaltar dieser neuen, von einer schwedischen Kinderheiligen gepredigten Klimareligion sollen wir auch unsere sichere Energieversorgung liquidieren.

Die Zeche zahlen wir Bürger und Gewerbler, damit sich grüne Profiteure der staatlich gelenkten Energieplanwirtschaft die Taschen füllen können.

Hinter diesem grünideologischen Ökologismus steht die Anmassung, wir Bürgerlichen, wir Konservativen hätten nichts übrig – für Umweltschutz und Natur. Was für ein kolossaler Unsinn.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass unsere Bauern, unsere Umweltpraktiker, diesen studierten Umwelttheoretikern an den Unis und im Bundeshaus einmal erklären, wie Umwelt- und Tierschutz im richtigen Leben geht.

Der neue links-grüne Zeitgeist ist eine Wohlstandserscheinung, aber das macht ihn nicht weniger gefährlich. Die schlimmsten Dinge passieren immer dann, wenn die Menschen glauben, sie könnten es sich leisten.

Unbegrenzte Machtgier

Die neuen Linken und Grünen wollen die Welt retten, indem sie die Schweiz zerstören. Ihre Ideologie ist ein Krieg gegen die Wirklichkeit.

Sie wollen alles neu erfinden, den Umweltschutz, die direkte Demokratie, die Schulen, die Familie, die Armee, die Schweiz.

Sie benutzen die Corona-Pandemie, um ihre Machtgier zu befriedigen, um die Schweiz ihrem Willen zu unterwerfen. Mit Lockdowns wollen sie die Wirtschaft abwürgen, um sie dann mit staatlich gelenkten Subventionen und Steuergeld wieder künstlich zu beleben. Diesen Zombie-Sozialismus lehnen wir ab. Neuerdings soll es sogar erlaubt sein, dass Minderjährige ihr Geschlecht selber bestimmen.

Ob jemand als Mann oder als Frau geboren wurde, ist egal. Alles ist im Fluss, alles kann gestaltet und gesteuert werden. Hauptsache, die Linken steuern alles.

Diese tyrannischen Ideologien der Auflösung, der Verflüssigung, der Machbarkeit, der angeblich überlegenen Moral liefern die Bürger der Macht der Linken und der Macht des Staates aus, den die Linken kontrollieren. Dagegen setzen wir von der SVP uns zur Wehr. Indem wir vernünftig und bodenständig bleiben. Indem wir an der Schweiz festhalten. Indem wir die Schweiz verteidigen und bewahren. Indem wir Widerstand leisten gegen den Unsinn dieses Zeitgeists. Indem wir konservativ sind.

Warum glaube ich, dass wir diese Auseinandersetzung gewinnen werden? Weil die Schweiz eine unendlich viel schönere Aussicht bietet als das trostlose, mit Ängsten und Katastrophen gespickte Weltbild der Linken, die uns ihre rote Finsternis aufzwingen wollen.

Ich wünsche Ihnen allen von Herzen friedliche und schöne Weihnachten. Es ist eine Freude und Ehre, mit Ihnen für unsere Schweiz zu kämpfen!

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